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Pressetext: Spitzzüngiger Geist galt als Vermittler zwischen den Kulturen

Geschichte: Heute vor 150 Jahren wurde in Maldingen der Schriftsteller und Satiriker Paul Gérardy geboren

„Ich komme aus meinem Dorf, das genügt mir“, soll Paul Gérardy, Schriftsteller und Satiriker, 1913 auf die Frage nach seiner Nationalität geantwortet haben und hat damit jedwedem nationalistischen Überschwang eine klare Absage erteilt.
Heute genau vor 150 Jahren, am 15. Februar 1870, wurde er als Sohn von Johann Nicolas Gérardy und Anna Maria Deraideux in Maldingen geboren. Gérardy war für seine scharfe Zunge, seinen Einfallsreichtum und seine trefflichen Beobachtungen bekannt. Paul Gérardy war zwölf Jahre alt, als er als Vollwaise mit seiner Schwester Marie zum Onkel Jean-Nicolas Gérardy nach Lüttich übersiedelte. Nach dem Studium am Collège in Sint-Truiden wechselte er an die Philosophische Fakultät der Universität Lüttich.
1894 heiratete er in Lüttich Louise Delvoie und unternahm mit ihr eine mehrmonatige Hochzeitsreise nach Deutschland, wo das junge Paar auf den Dichter Stefan George und den belgischen Maler Richard Heintz trifft. Paul Gérardy war 19 Jahre alt, als er unter dem Titel „Les Chansons naïves“ seine ersten Gedichte schrieb. Er publizierte gleichermaßen in deutscher und französischer Sprache.

Er galt als Vermittler zwischen den beiden Kulturräumen.

Die erste Sprache, die er erlernt hatte, war übrigens das Eifler Platt. Gérardy galt in seiner Zeit als wichtiger Vermittler zwischen dem französischen und deutschen Kulturraum.
Zu seinem 50. Todestag hat das GrenzEcho am 25. Juni 1983 einen Rückblick auf sein Leben und sein Schaffen veröffentlicht. Gregor Bran hat in der Serie „Kinder der Eifel“ in der Eifelzeitung an den Schriftsteller und Publizist aus Maldingen erinnert.
Paul Gérardy pflegte in Lüttich viele Kontakte zu jungen Künstlern und Literaten, was schließlich dazu führte, dass er die Literaturzeitschrift „Floréal“ ins Leben rief. Auf deutscher Seite war ihm Heinrich Heine ein großes Vorbild, der wie er selbst in gewisser Weise zwischen zwei Kulturen lebte. In Deutschland erschienen Gérardys Texte in der symbolistischen Zeitschrift „Blätter für die Kunst“. Nach Stefan George war er der Autor mit den meisten Beiträgen in der Veröffentlichung. George schätzte den belgischen Kollegen ungemein.
Das galt nicht für alle Kollegen des Literaten. „Er beobachtet Einzelnes Treffliche, hat gute Einfälle, aber welche Kälte!“, soll Oscar A.H. Schmitz über Gérardy gesagt haben.

„Der große König Patacake“ löst Skandal aus.

Letzterer schrieb nämlich längst nicht nur Gedichte, sondern war auch ein scharfzüngiger Analytiker des politischen Geschehens.
1903 veröffentlichte er unter dem Titel „Les Carnets du Roi“ in Paris eine 300 Seiten umfassende, anonyme Satire gegen König Léopold II., die in Belgien einen Skandal auslöste und schließlich verboten wurde.
Ein Jahr später erschien unter dem Titel „Le Grand Roi Patacake“ ein Pamphlet gegen Kaiser Wilhelm II. Darin bezeichnet er „den großen König Patacake“ als „der Einzige, Unermüdliche, Allwissende, Überallzugleichseiende, der Mirabiliskribifax“ und unterstellt „viele Gebärden für wenig Handlungen, viel Lärm um nichts, viele Worte für wenig Gedanken“. Mit Beginn des Ersten Weltkrieges flieht Paul Gérardy mit seiner Familie England.
Bei seiner Rückkehr nach Belgien gründet er mehrere Wirtschafts- und Börsenzeitschriften, nicht zuletzt, um seine Familie zu ernähren. Im Alter von 63 Jahren starb der vierfache Familienvater am 1. Juni 1933 in Brüssel. Sein ältester Sohn Paul-Marie Gérardy starb 1974, sein zweitgeborener Sohn Wilfrid 1917.
Zudem hatte er zwei Töchter, Louise (1898-1976) und Geneviève (1900 bis 1965).
Paul Gérardy kehrte zeitlebens gerne in seine Heimat in der Eifel zurück. Eine Gedenktafel war zunächst an seinem Geburtshaus in Maldingen angebracht, diese wurde aber während des Zweiten Weltkriegs entfernt.
Heute ist die Schule in Burg- Reuland nach dem berühmten Sohn der Gemeinde benannt und erinnert das Paul Gérardy- Museum im Kulturhaus an sein Wirken und sein Werk.

Quelle: Grenz-Echo 15.02.2020

 

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