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Pressetext: Das Ehrenamt als existenzieller Partner

Gesellschaft: Friedhofskomitees sorgen in der Gemeinde Burg-Reuland für gepflegte Ruhestätten

Die Gemeinde Burg-Reuland verfügt bei 4.000 Einwohnern über insgesamt 14 Friedhöfe und 20 Kirchen. Die Dichte der Ruhestätten liegt somit bei 285 Einwohnern pro Friedhof, eine Zahl, die eine kleine Gemeinde in Sachen Unterhalt und Finanzierung vor große Probleme stellt. Seit Jahrzehnten erfährt die Gemeinde Burg-Reuland Entlastung und Hilfe durch die allerorts dynamisch arbeitenden Friedhofskomitees, die für die Pflege und den Unterhalt der letzten Ruhestätten verantwortlich zeichnen. Von Gerd Hennen

Diese Komitees blicken auf eine lange Geschichte zurück. „Als ich noch ein Kind war, hat sich das Friedhofskomitee in meinem Heimatdorf Espeler bereits um die Pflege Friedhofs gekümmert“, erinnert sich die für Kulte zuständige Schöffin Erika Theis. „Das war schon immer so und im Grunde enommen auch eine Frage der Ehre. Eine Dorfkirche und ein gepflegter Friedhof gehörten mit zur Visitenkarte einer intakten Dorfgemeinschaft.“ Als nun per Dekret im Jahre 2008 die Verwaltung der Kirchenfabriken in die Verantwortung der lokalen Behörden gelegt wurde, änderte sich einiges, was den Gemeindeverantwortlichen mitunter Sorgenfalten auf die Stirn trieb.
„Wir verfügen über einen zu kleinen Bauhof, um diese Arbeiten überhaupt stemmen zu können“, erklärt Erika Theis. Umso glücklicher waren die Kommunalpolitiker in Burg-Reuland seinerzeit, dass neben den Kirchenfabriken auch die Friedhofskomitees ihre seit Jahrzehnten exzellente Arbeit im Dienste der jeweiligen Dörfer fortsetzen wollten. Die Gemeinde Burg-Reuland verfügt über insgesamt 14 Friedhofskomitees, die von der Gemeinde einen jährlichen Funktionszuschuss in Höhe von 500 Euro erhalten. Darüber hinaus kümmert sich jedes Komitee selbst um zusätzliche Einnahmen mittels so genannter Jahresbeiträge, die von Ort zu Ort leicht variieren. „In unserem Dorf sammeln wir 20 Euro pro Haushalt, fünf  Euro davon werden für die Zustellung des Pfarrbriefes verwendet“, erklärt Marco Michels vom Friedhofskomitee Maldingen.
Eine weitere Neuerung in der Regelung der Friedhöfe stellen die ebenfalls per Dekret festgelegten Grabkonzessionen dar. „Diese Konzessionen werden für Einzel- und Doppelgräber für eine Gesamtdauer von 30 Jahren vergeben. Die Neuerung ermöglicht es uns auch, etwas mehr Ordnung auf den Friedhöfen zu schaffen“, erklärte Erika Theis. Ein Einzelgrab schlägt mit 300 Euro und ein Doppelgrab mit 600 Euro zu Buche. Urnengräber sind in der Konzession derweil auf 15 Jahre ausgerichtet und kosten einmalig  400 Euro. „Es entstehen zwar hiermit für die Besitzer von Grabstätten Kosten, doch gehen die Erdarbeiten bei Aushebung eines Liegeplatzes oder aber der Aufgabe des Grabes zulasten der Gemeinde. Zuvor wurden diese Arbeiten noch in Rechnung gestellt“, relativiert die Schöffin die Sachlage. Natürlich sei sich das Gemeindekollegium bewusst, dass vor allem kleinere Friedhöfe mit deutlich weniger Gräbern und somit weniger Konzessionen finanziell benachteiligt seien. „Wir arbeiten an entsprechenden Lösungen, möchten aber erst abwarten, bis alle Friedhöfe entsprechend neu strukturiert wurden“.

Es wird weiter nach einem Standort für einen Waldfriedhof gesucht.

Auf die Frage nach der schon seit einiger Zeit in der Gemeinde Burg-Reuland diskutierten Anlage eines Waldfriedhofs erklärte die Schöffin, dass man nach einem entsprechenden Gutachten des archäologischen Dienstes der DG derzeit einen neuen Standort suche. „Unser Plan, die historischen Hügelgräber zwischen Thommen und Maldingen in einen Waldfriedhof zu integrieren, stieß leider bei den Historikern auf Ablehnung. Die Experten verlangen von uns eine gründliche archäologische Sondierung, was sicherlich jeglichen Kostenrahmen gesprengt hätte. Die Suche nach einem alternativen Standort läuft, jedoch ist noch nichts spruchreif.“
Die Schöffin zeigte sich jedenfalls glücklich, dass das Ehrenamt in der Gemeinde Burg-Reuland noch sehr gut funktioniere. So realisierte das Friedhofskomitee Maldingen als bislang letztes Dorf ein Urnenfeld mit 24 Ruheplätzen. Das Projekt der Urnengräber und -felder begann in Dürler. „Ich war und bin mit dieser Idee voll und ganz einverstanden, denn das ursprüngliche Konzept eines Kolumbariums für die gesamte Gemeinde in Thommen entspricht keineswegs unserer ländlichen Mentalität. Es kann doch nicht sein, dass ein Mensch, der über 50 Jahren in einem Dorf gelebt und sich in der Dorfgemeinschaft engagiert hat, nach dem Tod plötzlich aus diesem vertrauten Kreis entwurzelt wird. So haben wir auch schnell beschlossen, diese lokalen Projekte der Komitees zu unterstützen“, so Erika Theis.
Nach dem Erfolg in Dürler zeigten sich auch andere Dörfer von der Idee der Urnenfelder begeistert, sodass sich das Gemeindekollegium dazu entschloss, ähnliche Initiativen der Friedhofskomitees zu unterstützen. „Wir haben aber schnell festgestellt, dass der im Haushalt veranschlagte Finanzrahmen von jeweils 2.500 Euro trotz der enormen Eigenleistungen schnell gesprengt wurde. Deshalb strecken wir die Kosten auf zwei Jahre.“ Die Grabstätten werden einheitlich gestaltet. „Wir sehen überall Granitplatten als Abdeckung vor und deckeln die von uns finanzierten Materialkosten auf 400 Euro pro Urnengrab. Mit diesem Konzept denken wir, dass allerorts eine tolle Arbeit erledigt werden kann, die die jeweiligen Friedhöfe aufwertet.“
Neben Dürler, Oudler und Maldingen sind bereits weitere Urnenfelder in Braunlauf, Aldringen und Ouren in Planung. Aufgrund des Platzmangels visieren die Komiteeverantwortlichen in Lengeler ein eigenes Kolumbarium an. „Wir lassen den Komitees in der Planung und Ausführung freie Hand, da sie ja auch meist die Experten vor Ort sind und die Beschaffenheit des Untergrundes kennen“, bemerkt Erika Theis weiter.
„In Maldingen haben wir einen Lehmboden, der einen soliden Unterbau notwendig macht. So haben wir insgesamt 1,20 Meter Erdreich ausgehoben und das Fundament mit einer 25 cm dicken Kieselschicht, in der die Drainagen eingelegt sind, versehen. Die Urnen stehen in Schächten auf einer fünf Zentimeter dicken, wasserdurchlässigen Betonschicht, während die Räume zwischen den einzelnen Urnenschächten mit Kiesel komplett aufgefüllt worden sind. So kann sich nichts zusetzen und die Urnen bleiben trocken“, erklärte Norbert Scheuren vom Friedhofskomitee.
Das Friedhofskomitee Maldingen besteht aus Anita Hoffmann, Marco Michels und Norbert Scheuren und trifft sich zwei Mal jährlich zu Planungsversammlungen. „Wir kümmern uns nur um das Alltägliche, denn bei größeren Projekten wie dem Urnenfeld können wir auf die tatkräftige Unterstützung der Dorfbevölkerung zählen“, erklärt Norbert Scheuren, der ebenfalls unterstreicht, dass diese Art von Gemeinschaftsaktionen der Harmonie und der Dynamik des Dorfes gut tun.

Erika Theis: „In unserer kleinen Gemeinde können wir nur gemeinsam etwas bewirken.“

„Gemeinde beschränkt sich ja nicht nur auf die wenigen Gewählten im Gemeindehaus, sondern geht uns alle etwas an. Nur gemeinsam können wir etwas bewirken und erreichen“, fügt Erika Theis hinzu. So auch beim Urnenfeld. Nach einer Dorfversammlung im Oktober 2019 wurden Pläne gezeichnet, Informationen bei den Kollegen in Dürler eingeholt, sowie verschiedene Besitzverhältnisse von Parzellen geregelt, so dass im Mai 2021 mit den eigentlichen Arbeiten begonnen werden konnte. Insgesamt haben 25 Bürger aktiv mitgearbeitet und das Projekt zu einem Erfolg werden lassen.
„In Maldingen konnte sich das Komitee bei der Planung und Ausführung auf das Know-how von Bauunternehmer Heinz Gillessen verlassen. Helfende Hände gab es danach ausreichend“, erinnert sich Norbert Scheuren.
Als größtes Problem sehen die Friedhofskomitees die notwendige Vorfinanzierung des Projektes. „Da die Gemeinde diese Projekte über den Posten eines Sonderzuschusses verbucht, müssen wir in Vorkasse gehen. Wir haben das geschafft, aber ich kann mir vorstellen, dass in der einen oder anderen kleineren Ortschaft in diesem Punkt Schwierigkeiten auftreten können“, so Marco Michels. Die Gemeinde finanziere darüber hinaus auch  lediglich das Material und nicht die Maschinenstunden. „Wir lernen auch aus den Projekten, so dass wir diese Erfahrungen bei Erweiterungen oder Anpassungen der Anlagen in Zukunft berücksichtigen können. Natürlich kann ich die Enttäuschung über diese nicht finanzierten Kosten für einen Minibagger verstehen, aber wir müssen alle Komitees gleich behandeln“, so die Schöffin.
Das Friedhofskomitee aus Maldingen hat bereits neue Projekte ins Auge gefasst, wünscht sich aber vor allem ein oder zwei weitere Mitglieder mehr, um die alltäglichen Arbeiten auf mehrere Schultern zu verteilen. „Wir werden das Schmiedegatter am Eingang des Friedhofs ersetzen. Das alte ist total verwittert und verfügt noch über einen fixen Mittelpfosten, der bei Beerdigungen sowie Instandsetzungs- und Pflegearbeiten im Weg ist. Mit einem neuen Gattertor können wir die Zugänglichkeit zu unserem Friedhof deutlich verbessern“, so Marco Michels.
Das Kollegium habe dieses Vorhaben bereits aufgenommen, zumal das Komitee im Rahmen der Urnenfelder in weiser Voraussicht die entsprechenden Sockel und Fundamente gesetzt habe, so Erika Theis abschließend.

Die für Kulte zuständige Schöffin Erika Theis und die Verantwortlichen des Friedhofskomitees Maldingen, Marco Michels (links) und Norbert Scheuren (rechts).

​Quelle: Grenz-Echo 10.01.2021



  

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